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23.11.2018

Renten nach wie vor sicher, Zuwanderung ist notwendig.

Ferndorfer Präsidentin hält Vortrag

Auf Einladung des SPD-Stadtverbandes Kreuztal und der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen war die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach in ihre Heimatstadt gekommen. Im gut besetzten Vortragsraum der Stadtbibliothek erläuterte die Ferndorferin, die heute in Potsdam wohnt, einem sehr interessierten Publikum die Ergebnisse einer brandneuen Studie zur Situation der Rentenversicherten in Deutschland.

Frau Roßbach begann ihre berufliche Laufbahn bei der Stadtverwaltung Kreuztal, wurde Juristin und steht seit 2017 an der Spitze der Deutschen Rentenversicherung. Dort trägt sie Verantwortung für einen Etat von fast 300 Milliarden € und leitet eine Behörde mit etwa 60.000 Mitarbeitern. Sie ist die erste Frau in den 128 Jahren der Deutschen Rentenversicherung auf diesem Posten und berät die Rentenkommission des Bundes.

Zunächst stellte sie die Arbeit der Versicherung vor. 54 Millionen Versicherte und 38 Millionen Beitragszahler wurden 2017 betreut, 1,6 Millionen Rentenneuanträge und 2 Millionen Anträge auf Rehabilitationsmaßnahmen bearbeitet.

Die Ergebnisse der neuen Studie zeigen, dass die gesetzliche Rentenversicherung das wichtigste Alterssicherungssystem in Deutschland ist. Fast alle befragten Personen weisen Zeiten mit sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung auf. Es gibt nach wie vor Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Die Renten sind seit 2008 um 16,1% gestiegen, die Löhne um 21,2 %.Teilzeitbeschäftigungen sind weiterhin eine Domäne vor allem der westdeutschen Frauen, bei Männern ist die Selbständigkeit weiter verbreitet. Arbeitslosigkeit tritt im Osten häufiger auf, vor allem bei den jüngeren Jahrgängen. Bei diesen gleichen sich die Anwartschaften von Männern und Frauen in West- und Ostdeutschland an, in den neuen Ländern haben jüngere Frauen oft höhere Anwartschaften als ihre männlichen Gegenüber. Im Alter von 40 Jahren haben jüngere Jahrgänge eine deutlich höhere Beteiligung an zusätzlicher Altersvorsorge als die älteren. Besonders Frauen mit Kindern sollten unbedingt die Vorteile der Riester-Versicherung nutzen.

Gundula Roßbach betonte, dass die gesetzliche Rentenversicherung entgegen vieler Medienberichte gut da stehe, Anpassungen aber notwendig seien, um künftigen Herausforderungen zu begegnen. Die Weiterentwicklung der Alterssicherung müsse neben der finanziellen Stabilität und Zukunftsfähigkeit des Systems die individuelle Absicherung von Risikogruppen im Blick haben. Das deutsche Rentensystem brauche unbedingt Zuwanderer, um die demographische Entwicklung der älter werdenden Bevölkerung auszugleichen und die Wirtschaft zu stärken. Die Basis für eine gute Altersvorsorge sei immer eine möglichst durchgängige Erwerbskarriere mit Absicherung in einem Regelsicherungssystem und junge Menschen sollten daher bei ihrer Lebensplanung schon frühzeitig an die Versorgung am Ende ihrer Berufszeit denken.

Im Anschluss an ihren Vortrag beantwortete Frau Roßbach die zahlreichen Fragen aus der Zuhörerschaft.

 

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