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15.05.2018

Soziale Versorgung in Kreuztal

Genug Vorsorge für den Demografischen Wandel getroffen?

In einer überaus gut besuchten Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Kreuztal / Ferndorftal erläuterte Dietmar Braun, Leiter der Stiftung Diakoniestation Kreuztal – Sozialstation für die Stadt Kreuztal-, die derzeitige Situation in der sozialen Versorgung der Kreuztaler. Fünf Pflegedienste, drei Pflegeheime mit etwa 200 Betten, drei Tagespflegen mit 60 Plätzen und drei Anbieter für Betreutes Wohnen kümmern sich momentan in Kreuztal um die Versorgung der Kreuztaler Einwohner. Eine weitere Einrichtung ist in Buschhütten im Bau. Zu wenig, findet Braun, der anschließend über die Arbeit und die vielfältigen Angebote seiner Stiftung berichtet.

1980 gegründet führte die Diakoniestation, eine Kooperation der evangelischen Kirchengemeinden und der Stadt, die kommunalen und kirchlichen Pflegen zusammen. Bis zur Einführung der Pflegeversicherung 1995 war das Angebot kostenlos. 2002 wurde dann die Stiftung gegründet. Große Unterstützung findet die Arbeit seit 1983 durch einen aktiven Freundeskreis, der derzeit 900 Mitglieder umfasst. Diese organisatorische Konstruktion, geleitet durch Vertreter der Kirchengemeinden, der Stadt und des Freundeskreises, ist einmalig im Kreisgebiet und gewährleistet völlige Unabhängigkeit.

Wir waren nie nur Pflegedienst! Nach diesem Motto gestaltet die Stiftung ihre Arbeit in den zwei Wohneinrichtungen, der Demenz WG und der größten Tagespflege NRWs. Darüber hinaus nehmen viele Bürgerinnen und Bürger die Hilfen der Mobilen Pflege täglich in Anspruch. Die Stiftung kooperiert mit vielen Partnern und bietet mit „Ruths Kleiderstube“ ein Sozialkaufhaus in Eichen an. Wichtig ist Dietmar Braun, dass unter dem Begriff „Treffpunkt Ehrenamt“ etwa einhundertfünfzig Menschen die Arbeit und die Angebote ehrenamtlich begleiten. Ein besonderes Angebot leistet die unabhängige Seniorenberatung, die in Kreuztal die Senioren-Service-Stellen anderer Kommunen ersetzt. Auch die ambulante Hospizhilfe, die Sterbende und deren Angehörige betreut, ist ein nicht mehr wegzudenkender Baustein in der sozialen Versorgung der Kindelsbergkommune.

 

Ein Blick in die Zukunft rundete den Vortrag ab. Obwohl die Stiftung Diakoniestation etwa einhundertzehn Beschäftigte hat und selbst zwölf Berufseinsteiger ausbildet, besteht seit Wochen ein Aufnahmestopp. Insgesamt fehlen in Deutschland kurzfristig mindestens 36.000 Pflegekräfte, Tendenz steigend. In der kurzen Verweildauer im Beruf, der mangelnden gesellschaftlichen Anerkennung der Pflegeberufe, in überbordenden Kontrollen und geringer Vergütung sowie in großem Zeitdruck liegen nach Brauns Einschätzung unter anderem die Ursachen für den Fachkräftemangel. Die Pflegeanbieter müssen große Anstrengungen unternehmen um sich auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren. Es bleibt festzuhalten, dass die Zukunft der sozialen Versorgung der Bürgerinnen und Bürger in einer alternden Gesellschaft ungewiss bleibt.

 

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